„THE EXAMINED LIFE / DAS GEPRÜFTE LEBEN“

AUSSTELLUNG
„THE EXAMINED LIFE / DAS GEPRÜFTE LEBEN“
Die Manuskripte des Ernst F. Brod –
Eine Autobiografie des 20. Jahrhunderts“
ERLAUF ERINNERT, Museum der Friedensgemeinde Erlauf
06.05.2017 – Mai 2018
Kuratorinnen: Cornelia Offergeld, Katharina Blaas-Pratscher

hs_examined_ankara

Schatzl, Examined Life, 2017

Schatzl, Examined Life, 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit „THE EXAMINED LIFE / DAS GEPRÜFTE LEBEN“ hat Heidi Schatzl die 2.000 Seiten umfassende Autobiografie des Erlaufers Ernst F. Brod (1901 – 1978) zu einer Rauminstallation verdichtet. Ernst Brod war ein jüdischer Sozialdemokrat, als solcher verließ er bereits 1934 Österreich. Er ging nach Paris, 1938 in die Türkei, von dort in die USA, wo er bis zu seinem Tod lebte.

In den letzten zehn Lebensjahren schrieb Ernst F. Brod seine Lebensgeschichte, die er als aufmerksamer Chronist in die politischen und historischen Ereignisse seiner Zeit einbettete. Erlauf und seine BewohnerInnen spielen in dem Manuskript eine zentrale Rolle: Brod berichtet vom bäuerlichen Leben, von der Enteignung, Deportierung und Ermordung seiner Familie wie auch von der Solidarität, die er erfuhr. Zum einen versuchte er „Österreichs Weg in die Gesetzlosigkeit“ (Ernst F. Brod) nachzuvollziehen zum anderen suchte er eine Antwort auf die Frage, warum er seine Familie nicht zur Emigration bewegen konnte. Die Verbindung von den kleinen und den großen historischen Zusammenhängen machen das unveröffentlichte Manuskript zu einem außergewöhnlichen Dokument.

Schatzl, Examined Life, 2017

Schatzl, Examined Life, 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In ihren künstlerischen Projekten arbeitet Heidi Schatzl an der Schnittstelle von Raum, zeit- und kulturgeschichtlicher Forschung. Für ERLAUF ERINNERT hat die Künstlerin Brods Manuskript erstmals in seiner Gesamtheit gesichtet und in Erlauf zu den ProtagonistInnen seiner Erzählung Bildmaterial gesammelt. Die Bilder hat sie mit ausgewählten Textseiten zu Wandreliefs verarbeitet, die die BesucherInnen förmlich in die Geschichte Brods eintauchen lassen. Durch die ausgesparten Fenster blickt man auf das ehemalige Warenhaus der Familie Brod. Vier freistehende Bildsäulen thematisieren Ernst F. Brods politisches Denken und seine Mitarbeit als Bauingenieur am Aufbau der Moderne bei Clemens Holzmeister in Ankara. Weiterlesen

The Protest of Linz 1945, 2015

AUSSTELLUNG
Befreit und besetzt. Oberösterreich 1945–1955
Schlossmuseum Linz, 2015/16
Kurator: Peter März

Knapp ein halbes Jahr nach ihrer Befreiung vom nationalsozialistischen Terrorregime protestierten ein paar hundert Überlebende in Linz. Ausgehend von vier Fotos aus dem Archiv des israelischen Yad Vashem, rekonstruierte ich die Vorgeschichte des Protests und brachte Versatzstücke der unbekannten Demonstration zurück in die Linzer Gegenwart.

Schatzl, The Protest of Linz 1945, 2015

Schatzl, The Protest of Linz 1945, 2015

 

 

 

 

 

 

 

 

Schatzl, The Protest of Linz 1945, 2015

Schatzl, The Protest of Linz 1945, 2015

Die Fotos von 1945 zeigen Kinder, Männer und Frauen unweit der Donaubrücke, unter ihnen einige in der Kluft der Konzentrationslager oder in Resten von SS Uniformen, wäh- rend sie jene englischsprachigen Transparente hochhalten, auf denen geschrieben steht: „NAZIS LIVE IN COMFORTABLE HOUSES; THEIR VICTIMS LIVE IN DIRTY BARRACKS“, oder „AFTER 6 YEARS IN CONCENTRATION-CAMP IN CONCENTRATION-CAMP A- GAIN“. Obwohl manche hoffnungsvoll in die Kamera blickten, waren sie aufs äußerste angespannt, erzählte mir, als ich ihn nach beinahe 70 Jahren zum Gespräch getroffen habe, Nahum Manor. Nahum war in Linz, als die US-Armee am 3. Oktober 1945 das Barackenlager 67, in dem 630 Überlebende untergebracht waren, unangekündigt räumen wollte und den vom Naziregime verschleppten „Displaced Persons“, die verängstigt Weiterlesen

They May Have Stole Our Banner …, Belfast 2013

Ausstellung und Erweiterung der Installation
Wohin verschwinden die Grenzen? Kam mizí hranice?
von Iris Andraschek und Hubert Lobnig
am Grenzübergang Fratres/Slavonice
im Rahmen von Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich seit 2014.

„Sichtbare Grenzen werden innerhalb der Europäischen Union nach einem festgelegten Zeitplan abgebaut und verschwinden – zumindest scheinbar. Entsprechend paradox ist der Satz Wohin verschwinden die Grenzen? Würden sie wirklich verschwinden, müssten wir nicht fragen, wohin. Sie wandern. Einerseits an die EU-Außengrenzen, wo sie in sehr ähnlicher Erscheinungsform – Stacheldrahtzäune, Absperrungen, Mauern, strenge Personen- und Warenkontrollen etc. – wieder auftauchen. Andererseits weg von der Grenze in das Land hinein, in eine Aufwertungsdiskussion der Regionen, in (überwachte und eingezäunte) Siedlungen, in Diskussionen und Maßnahmen zu Sicherheit, Migration, Aufenthaltsrecht etc.“, aus dem Vorwort des Folders von Andraschek/Lobnig, 2014.

Heidi Schatzl, They May Have Stole ..., 2013

Heidi Schatzl, They May Have Stole …, 2013

 

 

 

 

 

 

 

Das nordirische Belfast ist aus politisch gegensätzlichen Standpunkten gebaut. Ein Haus ist dort nicht nur zum Wohnen gedacht, außerhalb des Zentrums sind die Fassaden Träger einer politischen Botschaft. Weithin sichtbar stecken haushohe Wandmalereien Weiterlesen

How to Draw a Line? Hebron, Jerusalem 2014

Ausstellung und Erweiterung der Installation
Wohin verschwinden die Grenzen? Kam mizí hranice?
von Iris Andraschek und Hubert Lobnig
am Grenzübergang Fratres/Slavonice
im Rahmen von Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich seit 2014.

Heidi Schatzl, How to Draw a Line, 2014

Heidi Schatzl, How to Draw a Line, 2014

Heidi Schatzl, How to Draw a Line, 2014

Heidi Schatzl, How to Draw a Line, 2014

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einzelne Stockwerke in Hebron und Jerusalem können politisch verschiedenen Staaten angehören, denn die Grenze zwischen Israel und den Palästinensischen Autonomie-gebieten verläuft hier durch Häuser, die weit älter sind, als der Osloer Friedensvertrag von 1994, durch den die Grenzziehung erstmals festgelegt wurde. Das zentrale Weiterlesen

NS-Urbanismus

AUSSTELLUNG
“Hitlerbauten” in Linz. Wohnsiedlungen zwischen Alltag und Geschichte.
1938 bis zur Gegenwart
Nordico Linz, 2012/13
Kuratorinnen: Sylvia Necker, Elisabeth Kramer

Heidi Schatzl, NS-URBANISMUS (Detail), 2012

Herbert Rimpl entwarf für die Reichswerke-Hermann-Göring (RWHG) eine Stadt im Grünen, in 5.000 Architekturplänen aus einem Guß bildete er die Einheit des Volkskörpers baulich ab. Dennoch erhielten die Baukörper im Linzer Süden eine klar erkennbare Ordnung: Villen für Direktoren, Häuser für höhere Angestellte, Beamte und Weiterlesen

NS-Architektur in Linz 1945, 2009

Heidi Schatzl, NS-Architektur in Linz 1945, 2009

Heidi Schatzl, NS-Architektur in Linz 1945, 2009

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Plan NS-Architektur in Linz, ist eine Überarbeitung des historischen Town Plan of Linz des Survey Directorates der British Army von 1945. Auf der Basis von Luftfotos entstanden, dürfte der Plan von der britischen und amerikanischen Armee zur  Weiterlesen

Versorger Moderne: Rotes Wien, Neues Frankfurt, Hitlerbauten Linz

Kommentarraum von Jochen Becker, in der Ausstellung
Sabine Bitter / Helmut Weber: Right, to the City
Landesgalerie Linz, 2009.

Sabine Bitter und Helmut Weber haben für die Ausstellung den Berliner Kritiker und Kurator Jochen Becker zu einem eigenen Beitrag eingeladen. Dieser wurde als räumlicher Gastkommentar zu „Versorger Moderne: Rotes Wien, Neues Frankfurt, Hitlerbauten Linz“ im fünften Saal der Landesgalerie mit Beiträgen von Ella Bergmann-Michel, Heidi Schatzl und Michael Zinganel gezeigt.

Heidi Schatzl, Haus 44, Ausstellungsansicht, Landesgalerie Linz, 2009

Heidi Schatzl, Haus 44, Ausstellungsansicht, Landesgalerie Linz, 2009

Weiterlesen